Letztes Update: 31.10.20

 

Hauskatzen sind von ihren wilden Verwandten häufig so weit entfernt wie ein Cocker Spaniel von einem wilden Wolf. Durch die Vollpension in Verbindung mit zu wenig Bewegung und häufig falscher Ernährung, die sie bei uns Menschen bekommen, leiden viele Katzen in unseren Haushalten an Übergewicht. Studien gehen davon aus, dass mindestens jede dritte Katze in Deutschland zu dick ist.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie erkennen, ob Ihre Katze Übergewicht hat und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie das überschüssige Gewicht bei Ihrer Hauskatze wegbekommen können.

 

Wie Sie Übergewicht bei Ihrer Katze erkennen können

Meist liegen die Gründe für Übergewicht bei Katzen bei zu kalorienreichem Futter bei gleichzeitig geringer körperlicher Betätigung. Zwar können auch eine Stoffwechselstörung oder Medikamente als Ursache für Übergewicht in Frage kommen, dies ist aber eher selten der Fall. Manchmal kommt es auch in Folge einer Kastration oder Sterilisation zu Übergewicht, da der Energiebedarf der Katze bzw. des Katers sinkt und daher zu viel gefüttert wird.

Bevor Sie Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten Sie sich aber sicher sein, dass Ihre Katze auch wirklich Übergewicht hat. Am besten erkennen Sie dies anhand der folgenden Merkmale:

  • Der Bauch der Katze hängt tiefer als der Brustkorb
  • Der Bauch wackelt leicht beim Gehen
  • Die Taille ist praktisch nicht oder kaum zu erkennen
  • Rippen und Wirbel können nicht mehr unter der Fettschicht ertastet werden
  • Wenn einer oder alle der genannten Punkte bei Ihrer Katze zutreffen, sollten Sie aktiv gegensteuern.

 

Folgen von Übergewicht bei Katzen

Wenn eine Katze dauerhaft unter Übergewicht leidet, können sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Atemnot oder Schäden an Leber und Niere einstellen. Dazu kommen Gelenkprobleme wie Arthrose und Harnblasenerkrankungen. Die Lebensqualität Ihrer Katze wird bei Übergewicht stetig sinken und der Alltag des Tieres wird erschwert. Alleine schon dadurch, dass sie beim Putzen nicht mehr alle Körperstellen erreichen kann, führt dazu, dass sie unsauberer ist und gestresst werden kann.

Insbesondere bei Welpen sollte Übergewicht um jeden Preis verhindert werden, denn in jungen Jahren wird die Anzahl an Fettzellen im Körper festgelegt. Später verändert sich dann lediglich die Größe der Fettzellen. Erwachsene Hauskatzen sollten im Alter zwischen drei und fünf Kilogramm (je nach Rasse, Alter und Geschlecht) auf die Waage bringen. Eine leichte Fettschicht am Bauch, den Rippen und an der Brust ist normal, die Taille sollte aber stets gut erkennbar sein. Einfallen soll die Taille aber natürlich nicht.

Ernährung und Bewegung – die zwei Komponenten einer guten Katzendiät

Wenn Sie Übergewicht bei Ihrer Katze festgestellt und mit dem Tierarzt abgeklärt haben, dass die Ursache nicht an den Organen liegt, können Sie mit der Diät beginnen. Achten Sie aber darauf, niemals eine Nulldiät durchzuführen, denn dann wird Körperfett in die Leber abgezogen, was im Extremfall zum Organversagen führen kann. Die Futtermenge sollte daher nur langsam reduziert werden. Bekommt sie weniger Futter, wird auch der Energiebedarf entsprechend heruntergefahren und angepasst.

Zu einer guten Katzendiät gehört auch, sie zu mehr Bewegung zu animieren. Die kleinen Stubentiger sollten täglich bis zu zwei Stunden lang spielen und toben. Da die Tiere von Natur aus verspielt sind, bringen kreative Beschäftigungsideen den Tiere Spaß und helfen ganz nebenbei beim Abnehmen.

Um träge gewordene Katzen zu etwas mehr Bewegung zu motivieren, können folgende Tipps helfen:

  • Wecken Sie den Jagdinstinkt mit Bällen oder kleinen Knistertierchen
  • Eine Katzenangel hilft dabei, den Spieltrieb zu wecken
  • Am Kletterbaum kann sich die Katze austoben und ihre Geschicklichkeit trainieren
  • Wenn sich die Katze ihr Futter erarbeiten muss, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

Diätablauf und Futterauswahl

Damit Ihre Katze sich langsam an die reduzierte Futtermenge gewöhnen und effektiv überschüssige Energie abbauen kann, sollten Sie die Fütterung genau durchplanen. Folgende Tipps helfen bei der Katzendiät:

  • Erstellen Sie einen Diätplan und halten Sie sich daran
  • Dosieren Sie die Futtermengen genau und ignorieren Sie die Dosierangaben auf den Packungen
  • Verteilen Sie die tägliche Ration auf mehrere kleine Mahlzeiten (z.B. morgens, mittags und spät abends)
  • Wenn Sie über den Tag noch Leckerlis verteilen, sollten diese mit in die Tagesration einberechnet werden
  • Wenn Katzen am Tisch betteln, belohnen Sie das Verhalten nicht mit Futter

Das beste Katzenfutter für die Diät

Das beste Katzenfutter bringt Ihnen nichts, wenn es falsch dosiert ist oder dem Tier nicht die Nährstoffe bietet, die es braucht. Sie können sich im Internet einen Katzenfutter Test anschauen oder sich an Bewertungen anderer Käufer orientieren und sollten nicht einfach blind ein Futter kaufen, weil es in der Werbung so aussieht, als sei es gut für Ihre Katze. Ob Sie lieber Trockenfutter oder Nassfutter füttern, ist von den persönlichen Vorlieben des Tieres abhängig. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Auch ein spezielles Diätfutter kann gut sein, muss aber nicht unbedingt sein, insbesondere, da es meist deutlich teurer ist. Was die verschiedenen Futterarten ausmacht, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Trockenfutter stärkt die Zähne Ihrer Katze. Es sollte jedoch nicht den ganzen Tag über zur Verfügung gestellt werden. Da es so gut wie kein Wasser enthält, ist die Energiedichte entsprechend sehr hoch. Wenn sich das Tier ausschließlich daran satt frisst und keine Grenzen kennt, kann dies Übergewicht fördern.

Nassfutter enthält viel Wasser und hat daher im Vergleich zu Trockenfutter keine so hohe Energiedichte. Bei gleicher Futtermenge nimmt das Tier entsprechend weniger Kalorien auf.

Versteckter Zucker: Viele Futterhersteller verarbeiten versteckte Zucker wie Inulin oder Karamell in ihrem Fertigfutter. Dies sollten Sie jedoch insbesondere während der Diät unbedingt vermeiden.

Menschliche Nahrung ist für Katzen meist ungeeignet und sollte stets vermieden werden. Ihre Katze ist kein Restmüll oder Biomüll. Auch wenn das Tier am Tisch bettelt, sollten Sie standhaft bleiben.

Eine artgerechte Ernährung bedeutet für Katzen, dass sie viel Fleisch bekommen. Selbstgekochtes Futter ist hervorragend für Katzen geeignet, aber auch BARF Futter (Rohfütterung) ist durchaus sehr empfehlenswert, während Sie das Tier auf Diät halten.

Diätfutter aus Fachmärkten kann bei sehr stark übergewichtigen Katzen sinnvoll sein, ist aber teurer und in der Regel nicht unbedingt notwendig.

Fazit

Wenn Sie sich strikt an den Diätplan halten, das richtige Futter wählen und konsequent bleiben, wird Ihre Katze schon bald kein Übergewicht mehr haben. Beachten Sie aber, dass bis auf sehr schlanke Rassen wie Siam und Orientalen eine sehr schlanke Silhouette bei Katzen nicht normal ist. Ein wenig Fett auf den Rippen sollte das Tier also immer haben. Wenn Sie bereits bei leichtem Druck die Rippen spüren und die Beckenknochen hervorstehen, ist die Katze untergewichtig, was ein Indiz für eine Krankheit oder Parasitenbefall sein kann. Eine echte Diät sollten Sie nur Katzen verordnen, die wirklich übergewichtig sind.

Keinesfalls sollten Sie eine Nulldiät durchführen und das Tier zudem langsam an die neuen Fressgewohnheiten heranführen. Arbeiten Sie nur im Extremfall mit teurerem Spezialfutter und versuchen Sie, mit Nassfutter oder BARF Rohfütterung die Energiedichte des Essens zu reduzieren. Kommt dann zusätzliche Bewegung dazu, können Sie Ihren Stubentiger schon bald wieder fit und gesund sehen, ohne dass sich das Übergewicht negativ auf seinen Alltag auswirkt.

 

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments